Das Segelrevier

Eingrenzung des Segelreviers

Wo liegt dieses Segelrevier? Das Ionische Meer ist Teil des Mittelmeeres und wurde nach der altgriechischen Sagengestalt Io, einer Geliebten des Zeus benannt. Es reicht im Norden bis zur Straße von Otranto zur Adria, im Osten bis ans Griechische Festland. Im Westen grenzt es an Italien bis zur Südspitze Siziliens und im Süden je nach Definition bis zur Südspitze des Peloponnes oder bis nach Kreta. Im Ionischen Meer befindet sich das Calypsotief, die mit 5.267 Metern tiefste Stelle des Mittelmeeres. Die wichtigsten Inseln sind Korfu, mit den Inseln Paxos und Antipaxos im Süden sowie Othoni und Erikoussa im Nordwesten. Zu den südlichen Ionischen Inseln gehören unter anderem Lefkas, Meganisi, Kephalonia, Kastos, Kalamos, Ithaka und Zakynthos.

Das Ionische Meer – das authentische Segelrevier

Anlegen im Hafen

Das Segeln (mehr zum Segelwetter hier) und dabei vor allem das Anlegen unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Revieren an Nord- und Ostsee, der Adria und im westlichen Mittelmeer. Statt in teuren und sterilen Mega-Marinas legt man in diesem Segelrevier in den städtischen Häfen direkt vor den Tavernen an. Griechenland und dabei insbesondere das Ionische Meer ist das letzte Mittelmeer-Revier, in dem die meisten Häfen noch so ursprünglich sind wie vor Jahrzehnten. Bis auf einzelne Marinas in Gouvia und Lefkas – die die Ausgangshäfen für Segelreisen darstellen, wird in allen anderen Häfen direkt an der Kaimauer festgemacht – mit Buganker statt mit Muringleinen! Tavernenwirte laden direkt dahinter zum Abendessen ein!

Auch die Tavernen-Wirte im Segelrevier kennen die Bedürfnisse der Segler: Toiletten- und WLAN-Benutzung sind selbstverständlich, viele haben Duschen und einige stellen sogar eine Waschmaschine den Segelcrews zur Verfügung. In abgelegenden Buchten ohne Bäckerei kümmern sich die besonders rührigen Wirte morgens um die Brötchen-Lieferung.

Anlegen direkt vor den Tavernen mit Abendessen unmittelbar vor der Yacht! Die Kellner nehmen die Leinen an und gleich auch die Tisch-Reservierung entgegen. Hafengebühr? Fehlanzeige! Wo gibt es das noch? Das gibt es genau so nur hier! Das nicht “ganz” gerade Bild entstand in Vathi, Ithaka Juli 2019.

 

Ankern in Buchten

Ankerbuchten sind nicht wie z.B. in Kroatien üblich, mit kostenpflichtigen Bojen-Feldern gesäumt, sondern bestens für freies Ankern geeignet. Glasklares Wasser, eine ruhige Bucht mit Ausblick auf grandiose Landschaft. Perfekte Bedingungen für einen Anker-Stopp findet man überall.  Ankergründe sind meist sandig, steinig bis felsig. Vor allem an den Westseiten von Korfu, Paxos und Antipaxos sind einige Buchten die auf den ersten Blick über Wasser zwar verlockend und idyllisch aussehen, dann aber felsigen Untergrund haben. Die in den Seekarten (Imray G11, G12 und G121) verzeichneten Ankerplätze sind nicht alle sinnvoll oder an der richtigen Position. Kein Segler mit etwas Sachverstand käme z.B. auf die Idee, an der Durchfahrt zwischen Korfu-Stadt und Ptichia, wo im 10-Minuten Takt Schiffe (Fähren, Kreuzfahrtschiffe) durchfahren, zu ankern. An der Rückseite der Insel Ptichia ist es hingegen perfekt. Revierunerfahrenen empfehle ich in diesem Zusammenhang einen Flottillentörn.

 

Es gibt im Ionischen Meer noch immer von Massentourismus völlig unverdorbene Inseln wie Paxos, Antipaxos, Kastos, Kalamos, und Ithaka. Dort gibt es eben nicht die durchorganisierten Souvenir-Shops, sondern einfache griechische Menschen bestimmen das Bild. Die Ionischen Inseln sind der gelebte Gegenentwurf zum hektischen Leben im restlichen Europa. Hier gibt es nicht das kommerzialisierte Segeln, wie in den übrigen Mittelmeer-Revieren und der Ostsee. Was erwartet den Segler im Ionischen Meer? Unvergessliche Hafenpromenaden, idyllische Ankerplätze und die herrlich entspannte Art der Griechen, die auf ihre Art das Leben genießen. Kritik an deutscher Sparpolitik ist mir auf meinen Törns noch nicht zu Ohren und Flüchtlingsströme wie in der Ägäis noch nicht zu Augen gekommen. Das Ionische Meer ist einfach ein tolles Revier, um einen sehr entspannten und entschleunigten Segel-Urlaub zu genießen.