Boataround, Seriös und schuldenfrei

Steht Boataround vor der Pleite?

Die Meldungen der letzten Woche lassen aufhorchen! Steht Boataround vor der Pleite? Müssen Kunden um ihre Anzahlungen bangen? Erst meldete am Montag, 10.11.2025 das Fachmagazin YACHT „Geblendet vom günstigen Preis“ die Häufung von Fällen, in denen Kunden um ihr Schiff und ihre Vorauszahlungen bangen mussten, dass der Charterversicherer Yacht-Pool Policen für Buchungen der Agentur grundsätzlich ablehnt und erste Vercharterer eine Zusammenarbeit komplett einstellen.

Am Mittwoch kamen Nachrichten aus dem Ionischen Meer und dem Saronischen Golf hinzu: IonionSails.com und SaronicSails.com beenden mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit und zählen diese Verfehlungen von Boataround auf:

❌ Preisdumping und irreführende Rabatte
❌ Unethische Nutzung der MMK-API: Anzeige bereits gebuchter oder reservierter Yachten
❌ Gezielte Google-Ads-Werbung mit Markennamen von Partnern/Betreibern
❌ Aggressive Verkaufstaktik, die Service und Gästeerlebnis vernachlässigt.

Die unabhägige Online-Shop Zertifizierer “Trusted Shops” zeigt aktuell folgendes Profil zu BOATAROUND:

Boataround bei Trusted Shops, ganz und gar nicht Seriös und schuldenfrei

Strategie von Boataround: schnelle Marktsättigung

Boataround verfolgte eine Strategie für eine schnelle Marktsättigung. Um schnell voranzukommen, bearbeitete Boataround den Markt aggressiv mit penetranter Werbung und niedrigen Preisen also hohen Rabatten.

Google-Klickpreis-Anzeigen von Boataround

Insbesondere mit Google-Klickpreis-Anzeigen (CPC – cost per click – wie im Bild unten “gesponsert”) bearbeitet Boataround den Markt. Die Herausforderung bei Google-Klickpreis-Anzeigen ist, dass man die Position der Anzeige ersteigern muss mit dem Preis pro Klick. Der Nachteil: alle Charteragenturen wollen auf die begehrten und begrenzten Positionen und entfachen so einen Bieterwettstreit. Klickt der Kunde auf die Anzeige, zahlt Boataround an Google den ersteigerten Preis. Boataround berechnet dann, wie jeder gute Online-Marketer, wie viele Klicks man braucht, um einen Verkauf zu tätigen (Konversion Rate, CVR) , und wie viel Marge man in die Werbung stecken kann. Man kann so schnell hohes Wachstum erzielen. Das geht so lange gut, wie der Online-Shop gut funktioniert und der Kunde kauft. Für einen aufgeklärten Online-Käufer, der sich bei Trusted Shops über einen Anbieter informiert, bricht das Kartenhaus bei Boataround mittlerweile zusammen. Boataround muss mit immer höheren Rabatten eher Kunden anlocken, die zu Impulskäufen neigen. Und immer mehr teure Klicks enden nicht im Kauf, sondern in der Kostenfalle.

Boataround, Seriös und schuldenfrei
Screenshot erstellt 14.11.2025

Hohe Rabatte!

Wer “Yachtcharter Korfu” eingibt, sieht die Klickpreis-Anzeigen von Boataround mit Rabatten über 50%! Boataround hat selbst gar keine eigenen Yachten – beim Klick zeigen sich keine Rabatte höher als 39%… (siehe oben “irreführende Rabatte”). Das Wachstumspotenzial ist noch dazu für eine Charteragentur in der Phase nach Corona, wo die Bestellungen eher rückläufig waren und ohne eigene Yachten begrenzt. Der Preis der Yacht ist meist nur zu 10%, aber maximal 20% von der Agentur reduzierbar. Das ist die gesamte Vertriebsmarge! Der Rest geht an den Vercharterer und den Bootseigner. Woher soll das Geld für die Werbung für die teuren Klicks bei Google kommen, wenn es schon für Rabatte ausgegeben wurde? Wovon werden die Mitarbeiter bezahlt oder die Agentur, die die Klickpreis-Anzeigen einbucht?

Riesige Schulden!

Bei Boataround wurden Schulden in Höhe von über 5,8 Mio. angehäuft. (Quelle: Yacht.de) Pleiten wie die von Zizoo, Ecker Yachting, Blu Balu Yachting oder die des Reiseveranstalters FTI bei denen Gläubigern der Verlust von 1 Milliarde Anzahlungen droht, werden bewusst! Der niedrige Preis lockt immer wieder die gleichen Rabatt suchenden Kunden an und führt schließlich in die Insolvenz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kunden, die sich einen Segelurlaub leisten können, eingesparrte Zeit und Vertrauen wesentlich mehr schätzen, als den niedrigsten Preis! Service, Vertrauen, Ausbildung, lokales Know-How und Dienstleistungen, die den Charterurlaub erst reibungslos machen, sind meiner Erfahrung nach viel wichtiger!

Meine Strategie: Kleine Nische & Zeit statt Geld

Die Marketing-Strategie von Korfu-Segeln war von Anfang an eine ganz andere: statt auf Klickpreis-Anzeigen bei Google setzte ich auf die Optimierung der Webseite und einzigartige Produkte, um bei den gratis Suchergebnislisten bei Google präsent zu sein. Diese Strategie verlangt viel Zeit, Kreativität und Hartnäckigkeit. Bis eine Webseite auf einem Suchwort in der Suchergebnisliste bei Google angezeigt wird, vergehen viele Wochen Arbeit und Monate Wartezeit, ohne dass man weiß, dass man damit erfolgreich sein wird. Mein erstes Suchwort, auf das ich optimierte, war: “Korfu Segeln” – ich habe sogar die Webseite und die ganze Firma danach benannt. Doch auch auf diesem Suchwort bucht (gesponserte Ergebnisse) mittlerweile der Billiganbieter mit dem zweifelhaften Geschäftsgebaren.

Seriös und schuldenfrei
Screenshot erstellt 15.11.2025

Mittlerweile habe ich die Produkte und damit die Suchworte so stark diversifiziert und mit Dienstleistungen wie Skippertraining und Flottille verknüpft, die es Dumping-Anbietern wie Boataround unmöglich machen, in diese Nischen vorzudringen. Kredite habe ich deshalb nie aufnehmen müssen und wollen, geschweige denn können. Neben der Zeit in die Seitenoptimierung wie diesen Artikel fließt das ganze Marketingbudget in die Korfu-Segeln T-Shirts. Jeder Gast, also jedes einzelne Crewmitglied, kriegt ein T-Shirt geschenkt!

Ein T-Shirt mit tollen Design schafft gute Laune und Zusammengehörigkeit auf dem Boot, es ist ein Dankeschön an die Gäste, aber auch ein Instrument zur Weiterempfehlung und zum Markenaufbau. Nachhaltig, seriös und schuldenfrei!

Und Boataround? Hochfliegende Pläne finden seit Ikarus recht bald ihr Ende, nicht nur in Griechenland. Ich vermute den Kollegen werden demnächst die Mittel für ihren aggressiven Wachstumskurs ausgehen. Die Investoren werden sich zurückziehen und sobald die Insolvenz ins Haus steht, werden Kunden Ihre Anzahlungen verlieren und die Yachten über die noch bestehenden Agenturen (wie z.B. Korfu-Segeln) vermarktet werden.

Wer in Korfu und dem Ionischen Meer segeln gehen möchte, biete ich meine ganze lokale Expertise, ich fahre den Einkauf zum Schiff und natürlich kriegt jeder Gast in wieder ein T-Shirt! Aber ganz sicher gibt es keine aggressiven Rabatte und keine Klickpreis-Anzeigen, sondern Blogbeiträge zu dem, was mir durch den Kopf geht. Wodurch irgendwann Kunden auf diese Webseite kommen. Ihr könnt ja mal raten, auf welchen Suchbegriff dieser Artikel optimiert ist… 😉

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