Segeltörns Korfu

Segeltörn Korfu – Ithaka

Fiskardo am Morgen beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Beim Segeltörn Korfu – Ithaka und Retour gab es auf meine übliche erste Frage vor dem Törn (Was ist Euch wichtig?) eine klare Ansage von meinen Gästen: “Also Steine wollen wir uns nicht ankucken!”… “Wir wollen segeln!” Alle nicken – und ich freue mich innerlich, denn heiß auf Segeln bin ich auch! Na dann mal los! Die Crew ist sehr bunt gemischt: eine Familie mit zwei Teenagern, zwei Brüder mit ihrem 80-jährigen Vater, eine allein reisende Lehrerin und meine Tochter Astrid (15) als “Co-Skipper”. Was mich am meisten an diesem Törn faszinierte: wie gut alle unter einen Hut passten! Dazu später mehr. Wir starten wie üblich von der Gouvia-Marina mit der Felicita  in Richtung Süden. Denn dass es wirklich so weit nach Süden bis nach Ithaka gehen wird, ist zu dem Zeitpunkt noch gar kein Thema.

Erster Stopp beim Segeltörn Korfu – Ithaka: Garitsa Bucht

Der erste Stopp beim Segeltörn Korfu – Ithaka soll am Samstag die Garitsa Bucht südlich der Alten Venezianischen Festung sein, denn “Co-Skipper” Astrid kommt erst erst am Abend mit dem Flieger an und die Bucht ist direkt an der Halbinsel Kanoni auf der der Flughafen liegt und damit fußläufig erreichbar. Die startenden und landenden Flugzeuge kann man direkt von der Yacht sehen, aber der Flug-Lärm stört tatsächlich kaum.  Zwischen 11 Uhr abends und 6 Uhr früh gibt es weder Starts noch Landungen auf dem Flughafen Korfu. Noch dazu schaffen es hier die Flieger nur kurzzeitig sich durchzusetzen. Der Straßenverkehr von Korfu-Stadt und insbesondere der Hauptverkehrsader EO25 “Λεωφ. Δημοκρατίας” / Leof. Dimokratías – oder zu deutsch: “Allee der Republik” führt direkt an der Bucht entlang und sorgt akustisch für das “typisch urbane Flair” an dieser Bucht.

Sonnenuntergang Garitsa Bucht beim Segeltörn Korfu von Korfu Segeln

Zweiter Tag beim Segeltörn Korfu – Ithaka

Frische Brötchen und griechischer Kaffee

Wie üblich treibt es mich bei meinen Segeltörns ab Korfu zum Sonnenaufgang aus der Koje, nicht nur des schönen Anblicks und der einzigartigen Morgenstimmung willen, sondern ich genieße mein seit der Winterpause neues Hobby: Das Backen von frischen Brötchen. Dazu braucht man neben den Zutaten: Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Salz und Öl vor allem Geduld und Zeit. Ich variiere die Brötchen gerne mit:

  • Vollkorn-Mischungen (Weizen, Roggen, Dinkel etc.)
  • Haferflocken oder Müsli-Mischungen
  • Sonnenblumenkernen
  • Bananen oder Bananen-Chips
  • Cranberries
  • Nüsse wie Walnüsse, Haselnüsse oder Cashew-Kerne
So geht`s:

Man löst die Hefe in handwarmer Milch auf und fügt etwas Zucker als “Beschleuniger” hinzu. Dann rührt man die Mischung mit den restlichen Grundzutaten in einer Schüssel zusammen und lässt das ganze ca. 40 Minuten an einem warmen und ruhigen Ort abgedeckt gehen. Danach kann man den Teig in Stücke teilen und mit den Variationen verfeinern, Brötchen formen und auf ein Backblech legen. Das Blech mit einem Geschirr-Handtuch abdecken, in den leicht (ca. 40°C) vorgeheizten Ofen schieben und weitere 30 Minuten gehen lassen. Dann das Handtuch raus und Vollgas bis die Brötchen goldgelb sind.

Warum der Aufwand?

Das praktische einer Brötchen-Manufaktur auf einer Yacht: man muss selbst dann, wenn man vor Anker liegt, den Außenborder des Dingis nicht starten, um Brötchen zu holen, was wiederum die Gäste wecken würde. Dahin wäre es mit der Ruhe – und dem einsamen Genuss der Morgenstimmung während die Gäste sich an den “Tom Hanks Griechenland-Modus” gewöhnen. Alle Yachten, die ich kenne und die hier zu chartern sind, verfügen über einen Gasherd mit Ofen. Der Ofen wird zwar von den wenigsten Crews benutzt – aber ich finde ihn enorm praktisch. Das Fassungsvermögen der standardmäßig in die Yachten eingebauten Öfen ist mit ca. 40* 60 cm deutlich kleiner als die zuhause üblichen 60 * 60 cm – für Brötchen reicht diese Fläche aber locker aus, wenn man die Bleche 2-Mal hintereinander einschiebt.

Nach dem Morgenbade der Crew gibt es zum Frühstück auch den sehr besonderen Griechischen Kaffee. Im Unterschied zu deutschem Filterkaffee oder Espresso, wird beim Griechischen Kaffee der Kaffee in einem Topf zusammen mit Zucker und etwa 1/4 der Wassermenge aufgekocht und anschließend mit dem verbleibenden ebenfalls erwärmten Wasser verdünnt. Diese Methode ergibt ein unverwechselbares Aroma und weckt auch die schläfrigsten Geister. Nachdem alle satt von Brötchen und wach vom Kaffee sind, lichten wir den Anker und setzen Segel Richtung Süden mit der Morgenbrise aus Ost.

Badepause mit SUP-Bar

Der nächste Stopp beim Segeltörn Korfu nach Ithaka soll die Sandbank vor Lefkimi sein. Die Morgenbrise war wieder eingeschlafen und so kommt eine Badepause genau richtig. An der Nordspitze der langgestreckten Landzunge befindet sich ein weiter und feinsandiger Flachwasserbereich.

SUP-Bar auf Lefkimi Sandbank

Da die Sandbank von Lefkimi auf der Route entlang der Ostküste Korfus nach Süden praktisch immer auf dem Weg liegt, ist es ein beliebter Badestopp. Der richtige Wind am Nachmittag aus West setzt häufig und so auch heute erst in den Mittagsstunden ein. Die Crew lässt sich frisches Mythos auf der eigens entwickelten SUP-Bier-Bar schmecken. Beim Bade mit dem Blick auf unsere Yacht entfuhr es einem Mitsegler: “Jetzt noch ein Bierchen” – nichts einfacher als das: der Kühlschrank ist voll damit und mit einem SUP schnell zum Ort des Genusses gebracht. Sehr praktisch kann man an der vermutlich bequemsten Theke der Welt das kühle Nass von innen und außen genießen.  Ich kann nebenbei die Wasserfläche am Horizont beobachten, wann denn endlich der richtige Wind aus der richtigen Richtung einsetzt. Und siehe da: Er kommt!

Wir segeln zur Insel Paxos

Mit auffrischendem Wind aus West geht es beim Segeltörn Korfu – Ithaka weiter an der Ostküste Korfus entlang bis zur Südspitze und wie üblich frischt der Wind an der Düse zwischen Korfu und Paxos dann richtig auf. Häufig wähle ich dann mit eher unerfahrenen Crews dann den ersten Stopp Lakka ganz im Norden der Insel Paxos. Alternativen sind an der Ostküste von Paxos:

  • Loggos gleich im Anschluss etwa 5 Seemeilen südlich von Lakka (dieser Ort wird teilweise auch Longos bezeichnet)
  •  Gaios weitere 5 Seemeilen südlich ist die Inselhauptstadt mit einem langgestreckten Hafen
  • Mongonisi ganz im Süden der Insel
Mongonissi

Wir wählen die Bucht Mongonissi an der Südspitze von Paxos. Denn mittlerweile sind sich alle darüber einig, dass wir nicht nur die nördlichen Ionischen Inseln (Korfu, Paxos und Antipaxos), sondern auch einige der südlichen Ionischen Inseln (Lefkas, Kefalonia, Meganisi und Ithaka) sehen möchten.

Mongonissi Bucht mit Segelyachten vor Anker mit Schlauchboot an der Seite im VordergrundDie Bucht Mongonissi ist die südlichste Möglichkeit mit einer Yacht auf den Inseln Paxos/Antipaxos anzulegen, und etwas anständiges zu Essen zu bekommen. Das Mongonissi Beach Restaurant ist nicht nur die einzige Taverne in der Bucht, sondern auch eine ganz besondere im gesamten Revier. Sowohl der über 60-jährige Inhaber Theo Keikidis, als auch sein Sohn Yanni sind begnadete Tänzer griechischer Volkstänze. An bestimmten Tagen werden von Yanni und zwei begleitenden Tänzerinnen griechische Tänze vorgeführt. Eindrucksvoll ist der Tanz mit dem Feuer von Yanni als Solo-Nummer wie hier im Video:

Anschließend dürfen die Gäste auch selbst das Tanzbein schwingen, die Kellner animieren zum Mitmachen. Was kaum nötig ist: begeistert reiht sich Segelcrew an Segelcrew und tanzt Syrtaki. Wenn der Vater Theo dann besonders gut drauf ist und die Knie nicht zu sehr schmerzen, gibt es als krönenden Abschluss noch eine Tanzeinlage mit einer Art Striptease bei dem der Inhaber erst Hemd und dann Gürtel verliert. Was haben wir gelacht!

Dritter Tag beim Segeltörn Korfu – Ithaka: Weiter Schlag nach Fiskardo auf Kefalonia

Beim Brötchen holen klagt Theo über Knieschmerzen – der Abend hatte Folgen und jünger werden wir in diesem Leben alle nicht mehr. Frische Brötchen kann man in Mongonissi einfach beim Kellner oder beim Wirt Theo am Abend bestellen. Er bringt sie dann morgens aus Gaios mit.  Nach einem ausgiebigen Frühstück legen wir ab und setzen Segel nach Fiskardo auf Kefalonia, welches wir auf direktem Wege erreichen wollen. Es geht also an der Westküste von Lefkas vorbei und aufgrund der längeren Strecke und mangels geschützter Badebucht findet heute der Badestopp von der Yacht aus statt. Am Abend erreichen wir Fiskardo an der Nordspitze von Kefalonia.

Fiskardo bei Sonnenuntergang beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Fiskardo ist eines der schönsten Ziele im Archipel der Ionischen Inseln. Besonders schön sind die pastellfarbenen Häuser und die engen Gassen in Fiskardo. Ganz im Norden der Inseln Kefalonia gelegen, schützt die Bucht perfekt vor Schwell aus der vorherrschenden Windrichtung. Das hat sich natürlich auch herumgesprochen. Einen Platz im inneren Hafen bekommt man um die Zeit unserer Ankunft kurz vor Sonnenuntergang nicht mehr.

Fiskardo am Morgen Landleinen beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Eine kleine Lücke auf der gegenüberliegenden Seite findet sich zum Glück und natürlich kann ich mich auf meinen “Co-Skipper” verlassen. Anker rein, Rückwärts-Fahrt und Aufstoppen für mich. Badeschuhe an, ein beherzter Sprung ins Wasser mit der Schlinge der langen Land-Leine über dem Rücken, einige kräftige Schwimmzüge und ein Palsteg in den Mauer-Ring für meinen “Co” und schon sind die langen Land-Leinen auch bei Seitenwind schnell ausgebracht. Zum abendlichen Dinner kommen wir per Schlauchboot an Land. Das Preisniveau der Restaurants ist in Fiskardo etwas höher als anderswo. Für ein opulentes Mal mit Fisch und Meeres-Früchten empfehle ich preisbewussten Crews eher andere Orte (diesen hier!), hier wird die großartige Lage einfach ein wenig mitfinanziert.

Fiskardo Hafeninneres am Morgen beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Vierter Tag beim Segeltörn Korfu – Ithaka

Die Höhle bei Fiskardo

Am nächsten Morgen zeigt sich beim Segeltörn Korfu – Ithaka bei Windstille die ganze Pracht des Hafens und der umliegenden Häuser gleich doppelt. Wir legen ab und fahren zum Badestopp etwas weiter südlich von Fiskardo und erkunden eine Höhle zu der man am besten per Schlauchboot gelangt. Ein Höhleneingang ist an einer Grotte, welche unscheinbar am Eingang der Bucht liegt.

Man kann zwar auch schwimmend zur Höhle gelangen, doch das empfiehlt sich eher nicht. Im Inneren der Höhle erstrecken sich zahlreiche Gänge für einen ausgiebigen Rundgang von über einer Stunde, wenn man alle Schleifen und Sackgassen erkunden will. Mitzunehmen ist folgendes:

  • trockene und warme Kleidung (im Inneren der Höhle sind es ca. 5°C)
  • festes Schuhwerk (es gibt zwar einige Trampelpfade aber hier und da gibt es spitze herumliegende Steine)
  • Taschenlampen (ideal ist für jeden Teilnehmer eine – notfalls eine am Anfang und Ende des Erkundungs-Trupps)

Nach einer halben Stunde sind alle vom Höhlen-Rundgang zurück, schließlich sind wir ja nicht hier “Um uns Steine anzusehen” und so langsam kommt er: Der Wind…

Höhleneingang Nähe Fiskardo beim Segeltörn Korfu - Ithaka

 

Der Ithaka Kanal

Der sich nun anschließende Ithaka Kanal ist die in Süd-Süd-Öst-licher Richtung verlaufende Meerenge zwischen Kefalonia und Ithaka und seglerisch ein spannendes Thema. Zwischen den Inseln Lefkada, Kefalonia und Ithaka baut sich bei der nachmittags vorherrschenden Windrichtung aus West-Nord-West eine Wind-Düse auf die mit durchschnittlich 1-2 Windstärken über der durchschnittlichen Windstärke auf.

Um die Gipfel Elati auf Lefkada mit über 1.158 m über dem Meer, Agia Dynati auf dem Nordende Kefalonias mit 1.131 m und Enos mit 1628 Metern pfeift der Wind um die Inseln herum durch die Meerenge zwischen Lefkada und Kefalonia. Und als ob das noch nicht reicht, drückt auf der gegenüber liegenden Insel Ithaka der Doppelgipfel Niritos mit 809 und 806 m dagegen! Der ganze Wind der Region wird durch die Meerenge kanalisiert und bläst in den Sommermonaten zur richtigen Zeit zwischen 14 und 18 Uhr mit bis zu 5-6 Bft, während drumherum 3-4 Bft. herrschen. Geradezu perfekte Bedingungen für diese seglerisch ambitionierte Crew für eine raumschots Rauschefahrt auf der Felicita!

Ganz so viel wurde es für uns an dem Tage leider nicht. Die Q-Wenden behalte ich trotzdem als vorrangiges Manöver für den Ithaka-Kanal bei. Sicher ist sicher und das Material und die Hände der Mitsegler werden geschont, sollte das Timing bei der Halse dann doch nicht 100-prozentig sitzen. Meine Crew ist mit der Q-Wende mittlerweile auch recht gut eingespielt:

Vathi Ithaka

Am späten Nachmittag erreichen wir bei unserem Segeltörn Korfu – Ithaka die Stadt Vathi auf Ithaka und genießen einen ganz besonderen Anlegeplatz unmittelbar vor unseren Tellern. Und genau das ist es, was ich am Segeln im Ionischen Meer so liebe! Die Yacht liegt nicht in einer teuren und sterilen Marina weit entfernt von den Tavernen, der abendlichen Unterhaltung und Land und Leuten. Nein, so wie in Vathi auf Ithaka kann man unmittelbar vor den Tischen der Tavernen festmachen.

 

Revier Korfu Anlegen direkt vor den Tavernen

Die Kellner nehmen erst die Leinen, dann die Tisch-Reservierung und schließlich die Bestellung für einen frisch gezapften Anleger-Schluck entgegen. Selbstverständlich kann man im Restaurant die Toilette und das WLAN benutzen, manchmal werden von den gastfreundlichen Wirten außerdem Land-Strom, Duschen oder Wasch-Maschinen bereitgestellt. Und das alles ohne Hafengebühr. Anlegen und direkt vor Ort alles bekommen was das Seglerherz braucht. Um die geschützten Buchten auf den Inseln überall im Ionischen Meer haben sich so über Jahrhunderte Siedlungen gebildet. Denn von dem, was auf den Tellern landet, lebt auch der örtliche Fischer, der Schäfer und die Katze unterm Tisch sowieso. Je nach Größe und strategischer Lage der Bucht, entwickelte sich nur ein einzelnes Restaurant wie in Mongonissi auf Paxos, ein quirliges Örtchen wie Fiskardo auf Kefalonia oder eine ganze Stadt wie in Vathi auf Ithaka.

Fünfter Tag: so langsam müssen wir zurück

Astokos: “One House Bay” oder “Die Schweinebucht”

Es ist Mittwoch und so langsam müssen wir uns auf den Heimweg machen. Was aber noch lange kein Grund zur Hektik ist. Denn zunächst gibt es einen schönen Badestopp an der Insel Astokos östlich von Ithaka! Ein besonderes Highlight dieser Bucht sind die am Strand badenden Schweine.

One House Bay auf Atokos beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Ja, so etwas gibt es nicht nur in Florida, sondern auch im Ionischen Meer. Leider bleibt uns der Anblick der gemütlichen Rüsseltiere an diesem Vormittag verwehrt. Das Foto links stammt von einem anderen Besuch in der “One House Bay”. Die Tiere kommen wahrscheinlich eher am Nachmittag zum Strand, um sich abzukühlen. Wir setzen die Segel Richtung Norden und passieren zunächst die Meerenge zwischen Meganisi und Lefkada, segeln vorbei an Skorpios und motoren schließlich durch den Lefkas-Kanal mit der stündlich öffnenden Schwenk-Brücke von Lefkas. Auf dem letzten Stück dürfen wir nochmal auf dem Ionischen Meer segeln bis nach Preveza, welches wir am Abend erreichen.

Die Fischplatte in Preveza

In Preveza bevorzuge ich einen Anleger am Stadthafen. Strom und Wasser werden gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt. Die Marina in Lefkas haben wir aus gutem Grund links liegen gelassen. Die Hafengebühren stiegen in den letzten Jahren hier in vergleichsweise Schwindel erregende Höhen.

In Preveza wartet ein kulinarisches Highlight der Reise: zwischen den engen Gassen der Altstadt versteckt sich ein besonderes Fischrestaurant mit einem tollen und vor allem preisgünstigem Angebot an Fisch und Meeres-Früchten. An diesem Restaurant kann man nach Abstimmung mit dem Wirt direkt in die Küche an die Kühltruhe und den gewünschten Fisch aussuchen. Dahinter stehen die Köche und Köchinnen und frittieren und grillen auf Holzkohle, dass es nur so eine Freude ist zuzusehen.

 

Die Fischplatte mit Garnelen, Red Snaper, Dorade, Seebrassen, Anchovis und reichlich weiteren Fischen lassen wir uns schmecken. Viel Platz im Bauch für Beilagen ist bei diesem Festmal nicht. Sehr zu empfehlen ist außerdem der selbstgemachte Tzatziki und die frittierten Zuchini. Aber ganz allgemein sind alle Vorspreisen und Hauptgerichte großartig. Ich war schon mehrfach in der Taverne und bin jedes Mal begeistert.

Wie üblich werden als Desert und auf Kosten des Hauses saisonale Früchte wie Melonen gereicht. Eine Platzreservierung möglichst kurz nach dem Anlegen ist ratsam. Wo genau das Restaurant ist, wird ebenso wie die genaue Position der Höhle bei Fiskardo und all die anderen Geheimtipps nur ganz persönlich verraten.

Sechster Tag: Crush & Maestro lassen grüßen

Crush …

Am nächsten morgen schlendere ich an der Kaimauer entlang und staune nicht schlecht, als ich plötzlich eine Unechte Karett-Schildkröte (lat. Caretta Caretta) entdecke. Natürlich ist das Tier echt und leibhaftig! Es gibt nur zwei Arten: die Echten und die Unechten Karett-Schildkröten. Im Ionischen Meer kommt die Unechte Karett-Schildkröte vor. Den meisten großen und kleinen Kindern ist diese Art bestens bekannt als “Crush” aus der “Findet Nemo” – Reihe.

Das Tier nutzt offenbar die an der Kaimauer geringere Gegen-Strömung, um in den Ambrakischen Golf zu gelangen. Wir legen ab und fahren in die entgegengesetzte Richtung auf`s Ionische Meer.

Maestro

Für heute ist kräftiger Maestro mit bis zu 6 Bft. angesagt und wir müssen gegen an. Ich lasse ich die Kinder entsprechende Sicherheitsausrüstung anlegen, was sie natürlich nicht davon abhält, ihre beliebten Spielchen durchzuführen.

Überhaupt hat mich die ausgelassene und gute Stimmung an Bord bei diesem Segel-Törn von Korfu nach Ithaka fasziniert und inspiriert. Über alle Generationen herrschte Verständnis und gute Laune, viel mehr, als ich es von dieser wenig homogenen Crew auf dem bis zum letzten Platz besetzten Schiff erwartet habe. Und so gibt es eine Neuauflage in diesem Jahr, wieder mit “Co-Skipper” Astrid. Zuvor müssen wir aber gegen den Wind kreuzen und nach dem Flachwasser-Bereich vor Preveza beginnt die Dünung zu wirken und bringt das 12 Tonnen-Schiff ordentlich in Wallung.

 

Mein Plan ist es, für diesen vorletzten Tag des Segeltörns von Korfu nach Ithaka und Retour nach Norden bis Syvota oder mindestens bis Parga zu kommen. Ein Plan, den ich bald darauf verwerfen musste, auch wenn der hohen Kante das Mythos nach wie vor schmeckt. Die für die jüngsten Kinder etwas stressige Welle und starken Winde lassen beim Am-Wind-Kurs nur 3 Stunden Segelzeit zu und so suchen wir Ruhe und Erholung in der Bucht “Two Rock Bay”.

Das Ende der Korfu-Segeln “Garantie”
Was passierte?

Auf dem Weg zur “Two Rock Bay” passiert das unerwartete – aber irgendwann musste es ja so kommen. Franz wird schlecht – so richtig – speiübel sozusagen. Der Fehler: er kramte bei dem Seegang unter Deck in einer der Vorschiffs-Kabinen in einer Wasch-Tasche nach Schmerz-Tabletten, die ausgerechnet Astrid benötigte. Die Wasch-Tasche stürzte daraufhin um und verteilte sich auf dem Boden. Minutenlang musste er die Sachen kopfüber wieder einsammeln, was bei dieser sehr ungewöhnlichen Wellen-Situation (ungewöhnlich starker Wind + kein Schutz durch Inseln + Am-Wind-Kurs) einfach zu viel Seegang für seinen Magen war. Er kämpfte noch eine Weile mit grünen Gesicht gegen an – aber dann war es auch schnell geschehen und noch schneller vergessen. Fünf Minuten nach dem “Fische füttern” ging`s dem Familienvater wieder gut und er stand auch seinen Mann.

Die Folgen:

Er hat nur zum Spaß mein Honorar zurückgefordert. Natürlich habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt mit der Geld-zurück-Garantie “Gegen Seekrankheit”. Auch wenn Seekrankheit bei meinen Segeltörns in Korfu seit 2010 nicht aufgetreten ist, jetzt war es so weit. Irgendwann ist das erste Mal und ab sofort gebe ich gebe KEINE Garantie gegen Seekrankheit mehr. Aber seit 2010 bis heute nur 1 Fall macht deutlich, wie selten das in den ruhigen Gewässern um Korfu ist! Und zusätzlich helfen meine 7 Tricks: Hier noch einmal meine 7 Tricks gegen Seekrankheit!

Siebter und letzter Segeltag beim Segeltörn Korfu nach Ithaka

Two Rock Bay Panorama beim Segeltörn Korfu - Ithaka

Two Rock Bay beim Segeltörn Korfu - IthakaIm Unterschied zu den “Meilen-Junkies” meiner Crew beim Segeltörn Korfu – Ithaka, ist die “Two Rock Bay” für die meisten meiner etwas weniger Segel-afinen Mitsegler der südlichste Stopp in einem Wochentörn. Wir müssen von hier am Freitag unserem letzten Segeltag  noch 43 Seemeilen in direkter Linie bei größtenteils Am-Wind-Kurs (Zickzack gegenan) ein Vielfaches der Strecke* zurücklegen. Außerdem sollen wir bis 17 Uhr in Gouvia Marina sein und auch noch tanken! Ich krabbele in aller früh aus meiner Koje. Eigentlich wollte ich klammheimlich losfahren und die ersten Meilen Strecke machen. Nicht mit dieser Crew! Einer nach dem anderen erscheint im Cockpit und ist heiß aufs Segeln. Also los! Weiter segeln, segeln, segeln!

*Faustregel bei der Zeit-Strecken Berechnung beim Am-Wind-Kurs: Die doppelte Strecke die vierfache Zeit! Hier der stimmungsvolle Song “Seemanns-Lied” zum Segeln von Tempi Passati mit eben dieser Textzeile:

Segeln, Segeln, Boxenstopp und Segeln, Segeln, Segeln

Wir nehmen Abschied von der schönen Bucht und genießen zur Kröhnung des Segeltörns Korfu -Ithaka noch einmal einen ausgiebigen Segeltag mit einem Tankstopp in Syvota, der schon fast an die Formel 1 erinnert: Das Problem an den meisten Tankstellen an Charterbasen und so auch in der Gouvia Marina auf Korfu ist, dass alle Charter-Crews die Yacht am gleichen Tag zur etwa gleichen Zeit zurück geben müssen. Vollgetankt versteht sich… An der nächsten Tankstelle bitteschön… Und so ergibt sich während der Hochsaison vor der Tankstelle Gouvia Marina am Freitag Nachmittag schnell eine Wartezeit von einer Stunde oder mehr. Ich habe zum Glück die Vereinbarung mit meinen Partnern, dass ich auch in einer anderen Tankstelle tanken darf. Also nach Syvota was ohnehin auf der Strecke liegt, meinen Freund Dimos den Tankwart in Syvota angerufen. Mit der eingespielten Crew zaubern wir einen schnellen und punktgenauen Anleger am vereinbarten Treffpunkt und nach bezahlen der Rechnung Ruckzuck abgelegt und weitergesegelt. Am Pier in Syvota waren wir kaum eine Minute, ohne dass der Tankrüssel im Schiff war. Es bleibt sogar noch Zeit für einen gepflegten Badestopp an der wahrscheinlich kleinsten bezeichneten Insel im Archipel: Nafsiká. Und schließlich die letzte rauschende Fahrt bis zur Marina Gouvia:

Fazit: Was für ein schöner Segeltörn Korfu – Ithaka! Was für ein schönes schnelles Schiff, eine Mannschaft, die mindestens ebenso begeistert vom Segeln ist wie ich und eine Harmonie über alle Generationen hinweg! Danke dafür, dass ich Euer Skipper sein durfte! Und wie erwähnt: das darf sich gerne wiederholen!

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